Vancouver - British Columbia

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16-17.09.2018  abheben und eintauchen in Vancouver

Mit dem Taxi wechsle ich die Hotels, von Richmond ins zentrumsnahe Yaletown, lege meine Taschen ab und erkunde Vancouver per Pedes. Nur fünf Minuten brauche ich bis zum False Creek, hier liegen die schönsten Jachten im Hafen, Wassertaxis schwirren wie lustige Biene Majas hin und her, Jogger und Radfahrer teilen sich den grünen Uferstreifen, lichtdurchflutete Hochhäuser mit viel Grün bilden die Kulisse. Ich gehe am riesigen BC Place Stadium vorbei und schaue in die BC Sports Hall of Fame. Davor steht das Terry Fox Denkmal. Terry Fox war ein kanadischer Leichtathlet, der mit 18 Jahren durch Knochenkrebs sein rechtes Bein verlor. Trotzdem lief er weiter. Mit seinem Lauf durch Kanada, dem „Marathon of Hope“ wollte er 1980 anderen Krebskranken Mut machen und Spenden für die Krebsforschung sammeln. Leider konnte er den Lauf nicht vollenden, hatte aber weltweit Gehör gefunden. Ich finde einen gut bestückten Supermarkt in der Nähe meines Hotels, schließlich bin ich jetzt Selbstversorger. Den Abend verbringe ich gemeinsam mit Anja, Yvonne und Oliver. Yvonne will den Gutschein von Anja für die Capilanon Suspension Bridge morgen einlösen, bei ihrer Höhenangst ein wirklich mutiges Unterfangen. Oliver will sich mit seiner Schwester in Las Vegas treffen. Und ich will zum Footballspiel der BC Lions. Da ich davon keinen blassen Schimmer habe, klärt mich Oliver über die wichtigsten Spielregeln auf. Wir haben einen fantastischen Abend, so dass der Abschied mir dann doch etwas schwerfällt. Den nächsten Morgen mache ich mir in der Gemeinschaftsküche mein Frühstück und laufe zum Hafen runter. Auf dem Weg dorthin habe ich das Glück in einer Kirche mitzuerleben, wie eine Orgel gestimmt wird. Bei der Anzahl von Pfeifen eine langwierige Arbeit. Doch so lange halte ich es nicht aus und laufe die belebte Howe Street weiter. Bei herrlichem Sonnenschein tummeln sich Menschen aus aller Welt auf der Waterfront Promenade. Vom Canada Place aus kann man die weißen Segeldächer des Pier Pavillon und die großen Schiffe bewundern, dahinter erschließt sich ein herrlich blauer Fjord, umrahmt von einer modernen grün durchzogenen Skyline einer jungen lebensfrohen Stadt. Ich hebe mit einem kleinen Wasserflugzeug ab, 12 Leute passen da nur rein, leider darf ich nicht neben dem Piloten sitzen. Doch auch so bin ich begeistert, schließlich fliege ich zum ersten Mal mit so einer Maschine. Die wie auf dem Reißbrett angelegte Stadt leuchte in Silber und Grün, die vielen bunten Schiffe auf der Reede schaukeln im blauen Meer, hinter der geschwungenen Küstenline breitet sich ein grüner Teppichbogen aus, ein kurzes aber einmaliges Schauspiel für mich. Weiter im Programm geht es mit einer Stadtrundfahrt, schließlich muss ich das gute Wetter ausnutzen und alles kann ich auch nicht zu Fuß erkunden. Die Fahrt geht durch die Altstadt Gastown an der Dampfuhr vorbei, dann der Robson Street, der Hauptgeschäftsstraße entlang, am Pacific Center, an Kirchen, Museen und anderen bedeutenden und schönen Gebäuden vorbei. Mich beeindruckt, die Vielfalt der unterschiedlichen Bauarten, kein Haus gleicht dem anderen, doch fast alle Wohnhäuser haben reich bepflanzte Balkone. Eine wirklich grüne Stadt. Im Stanley Park steige ich bei den Totempfählen aus. Diese Originale hier in ihrer bunten Vielfalt zu sehen, beeindruckt mich sehr. Sie worden und werden aus einem Riesenlebensbaum gefertigt und beinhalten in ihren Darstellungen verschlüsselte Botschaften, oft auch mehrdeutig, haben aber keine religiöse Bedeutung. Vielmehr repräsentieren sie die Stellung der Familie und erzählen deren Geschichten. Diese hier sind von dem Haida-Stamm, aber auch andere nordwestliche Küstenstämme haben diese Kultur gelebt bzw. lassen sie wiederaufleben. Das angrenzende Aquarium lasse ich mir nicht entgehen und tauche ohne Tauchanzug in die blaue Welt der Fische, Korallen und Sehsterne ab. Im Außenbereich kann ich zwei kampfwütige Seelöwen aus nächster Nähe fotografieren, die anderen liegen gelangweilt herum. Dabei wird mir schmerzhaft bewusst, welch ein Unterschied es macht, die Tiere in freier Wildbahn oder in Gefangenschaft zu sehen. Etwas betreten steige ich wieder den Bus und lass mich durch die Stadt bis zu meinem Hotel fahren.

P.S.

Abends erfahre ich, das es Anja und Yvonne über die Capilanon Suspension Bridge geschafft haben. Diese 140 m lange Hängebrücke befindet sich über einem 70m tiefen Canyon. Glückwunsch, das steht morgen auf meinem Programm.

 

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