letzmalig Mals und Heimfahrt


Reisen

 

reisen heißt die Füße dahin zu lenken

wo die Gedanken schon sind

 

reisen heißt in einem einzigen Leben

mehrere Leben kennenzulernen

 

reisen heißt hinter dem Horizont zuschauen

auch hinter dem eigenen

 

reisen heißt eine Weltanschauung zu finden

indem man sich die Welt anschaut

 

reisen heißt ein Leben voller Freunde

und Freunde fürs Leben zu finden

 

P.S. das ist mein Fazit aus meine Reise

 

 

24.09.2017 Abschied von Mals und dem Vinschgau

Vom Gardassee fuhr ich direkt Richtung Mals, ein Katzensprung nur und so war ich schon zeitig da. Über die herzliche Begrüßung freute ich mich sehr, war ich doch diesmal über 3 Wochen allein unterwegs gewesen. Aber ich war auch froh, mich endlich wieder in deutsch verständigen und dunkles Brot essen zu können, da fühlte ich mich fast schon wie zuhause.

Die letzten Sommertage wollte ich hier noch ausgiebig nutzen. So fuhr ich nach Juval und besichtigte das Schloss von Reinhold Messner. Im Juli-August wohnt er hier mit seiner Familie. Neben den Gemälden faszinierte mich vor allem seine unglaublich große Bilbliothek. Ein herrlicher Raum voller Wissen und Träume.

Einen Tag nahm ich mir noch Zeit für das Stilfser Joch. Dieser ist ein grandioser Gebirgspass in den Ortler-Alpen. Mit einer Höhe von 2.757 m ist er der höchste Gebirgspass in Italien und der zweithöchste asphaltierte Gebirgspass der Alpen. Am 01.9.2017 qäulten sich 1090 Radfahrer die 48 atemberaubenden Kehren in 1.869 Höhenmeter hoch, bei der Tour de France mußte der Pass auch schon überwunden werden. Ich dagegen ließ mich ganz bequem mit dem Bus hoch bringen und genoß die herrliche Aussicht. Am Pass war natürlich reger Betrieb, alles voller Autos, Motorräder, Radfahrer, Cafes und Souvenirstände. Mich zog es mit der Gletscherbahn noch weiter bis zu 3.400 m hoch zum Skigebiet am Stilfser Gletscher. Hier erstrecken sich unterhalb der Geisterspitze eine Vielzahl an  Skipisten. Ich schaute beim Kaffee von der Terrasse aus dem Treiben zu. Der Rundumblick war wieder einmalig, Alles überragend und bewachend der weiße Ortler, den ich nun fast umrundet hatte, unter mir die Passstraße und gegenüber die Rotspitze (3.033m), die ich eigentlich auch noch besteigen wollte, aber der 1. Schnee lag schon hier oben und der Weg dorthin war vereist. Also hieß es nun endlich von den Bergen Abschied nehmen.

Von Marion, Hanna, Goggo und den Südtirolern nahm ich zünftig in ihrer Bar Abschied. Festlich im Dirndl gekleidet richteten wir das Jahrgangstreffen von Prad aus und feierten bis spät in die Nacht.

Als Andenken nahm ich keine Staubfänger sondern frisch geerntete Äpfel und Weine aus dieser  Region mit.  

   

 

28.09.2017 Heimfahrt

Schweren Herzens und doch schon sehnsüchtig packte ich zum letzten Mal meine Sachen. Mit kurzen Stops am gut gefüllten Reschensee und der verdeckten Zugspitze sowie den Zwischenhalten in Ulm bei Peggy, sie verwöhnte mich mit Bratkartoffeln und im Erzgebirge bei Chrissi, es wurde zum letzten Mal gegrillt, kam ich wieder wohlbehalten in meiner Heimatstadt in Frankfurt (Oder) an. Der Herbst zeichnete auch hier schon die Landschaft, etwas stürmisch - im wahrsten Sinne des Wortes - wurde ich empfangen. Doch einpaar letzte Sonnenstrahlen konnte ich noch auf meiner Terrasse genießen. Schön wieder zuhause zu sein. Auch wenn ich gern reise und andere Länder kennenlernen möchte, wird mich mein Weg immer wieder zurück führen. 

 

Drei Monate reisen sind eine lange Zeit, mein Speicher ist voll und mein Akku fast leer. Nun heißt es erst einmal alles setzen und wirken lassen, die Karten, Skizzen und Fotos sortieren, wieder einen Rythmus finden, mich finden.